EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblowern: Mehr als Compliance #BeyondCompliance

Den EU-Ländern bleiben noch knapp anderthalb Jahre Zeit, um die neue EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblowern in nationales Recht umzusetzen. Im Gegensatz zur Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die bei ihrem Inkrafttreten viel Aufmerksamkeit erhielt, wird der Whistleblowing-Richtlinie deutlich weniger Beachtung geschenkt. Möglicherweise spielt eine Rolle, dass sich ihre Einhaltung im Vergleich zur DSGVO nicht besonders schwierig gestaltet. Ausschlaggebend könnte aber auch sein, dass bislang noch über keine hohen Geldstrafen berichtet wurde. Unser letzter Blogbeitrag zu diesem Thema drehte sich darum, wie wir Sie bei Compliance-Belangen unterstützen können.

Zahlreiche Organisationen sind sich augenscheinlich (noch) nicht voll darüber im Klaren, dass es bei der EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblowern um viel mehr geht als nur die Erfüllung technischer Anforderungen. Sie bietet einen Schutz für Hinweisgeber, den es in dieser Form bisher noch nicht gab. Daher ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass viele Mitarbeiter Bedenken äußern werden, die sie zuvor lieber für sich behielten.

Im Rahmen der EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblowern ist es den Hinweisgebern selbst überlassen, über welchen Kanal sie ihre Anliegen zur Sprache bringen möchten. Für Sie bedeutet das weniger Kontrolle darüber, wo die Meldung erfolgen wird. Wird sich der Hinweisgeber für Ihren internen Kanal, die nationalen Behörden oder einen Medienkanal entscheiden? Eine Nichtberücksichtigung der potenziellen Auswirkungen der Richtlinie birgt Risiken, die nicht eindeutig vorhersehbar sind. Die impliziten Risiken für Organisationen sind jedoch beträchtlich, denn wer erfährt schon gern über interne Probleme aus der Zeitung? Wie würden Sie sich fühlen, wenn eine Regierungsbehörde plötzlich vor Ihrer Tür stünde und Sie nicht wüssten, warum?

Hier schützt Sie als Organisation nur der konsequente Aufbau einer SpeakUp-Kultur, bei der Mitarbeiter dazu motiviert werden, Bedenken intern zu melden. Fragen Sie sich: „Ist unser Meldesystem für Fehlverhalten wirklich darauf ausgerichtet, eine offene Meldekultur zu fördern?“ Lautet die Antwort „nein“, dann ist es jetzt an der Zeit, Verbesserungen in Angriff zu nehmen!

Möchten Sie erfahren, wie wir Ihre Organisation bei dieser Aufgabe unterstützen können? Folgen Sie uns und lesen Sie weitere praktische Tipps zum Thema SpeakUp-Kultur, darunter Informationen zum Aufbau sowie zu Fragen der Kommunikation, der Bewusstmachung und der Transparenz.

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